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"Diffamierungskampagnen bis hin zum Mordaufruf" PDF Drucken E-Mail
Samstag, den 27. Februar 2010 um 08:18 Uhr

Verein Mediengewalt solidarisiert sich mit Künstler Berg

Tübingen - Der Verein Mediengewalt – Internationale Forschung und Beratung e.V. hat sich mit dem Cuxhavener Künstler Christian Berg solidarisch erklärt. Berg hatte auf Grund seiner Forderung nach einem Verbot sogenannter Killerspiele Morddrohungen erhalten.

In einer Erklärung des Vereins heißt es: "Wir wollen hiermit nicht nur die Forderung Bergs unterstützen, sondern auch auf eine beobachtbare Radikalisierung in der Gamerszene aufmerksam machen. Diffamierungskampagnen bis hin zum Mordaufruf sind einigen unserer Mitglieder ebenfalls bekannt. Darüber hinaus empfinden wir es als äußerst widersprüchlich, dass vehement versucht wird, Stellungnahmen gegen gewaltverherrlichende Medienprodukte als illegitime Zensurmaßnahme zu denunzieren, während andererseits Meinungsäußerungen wie die Bergs dermaßen verbal attackiert werden und zur Gewalt aufstacheln, dass ebenfalls von einem Zensurversuch gesprochen werden muss.

Uns sind die Argumentationsstränge bekannt, die teilweise in Gamerzeitschriften vorgegeben werden. Uns geht es jedoch nicht um eine Inkriminierung von Spielern, da wir diese vor allem als Opfer geschickter Marketingstrategien sehen. Als unabhängige Wissenschaftler wissen wir um die Vernebelungstaktiken in Bezug auf die klaren Ergebnisse der Medienwirkungsforschung.

Mit dieser Solidaritätserklärung für Christian Berg möchten wir u.a. auf die gesamtgesellschaftlichen Fehlentwicklungen in Punkto Gewaltverherrlichung und Militarisierung aufmerksam machen und eine Diskussion über die Aushöhlung unserer Kultur anregen."

Auf der Jahreshauptversammlung 2010 befassten sich die Mitglieder mit neuesten Forschungsergebnissen aus den Bereichen gewaltverherrlichende Computerspiele und Jugendmedienschutz. Schließlich wurde die Münchner Erklärung beschlossen, die die politisch Verantwortlichen auffordert, endlich wissenschaftliche Belege für vielfach kolportierte Behauptungen in Bezug auf Medienerziehung und vermeintliche Bildungsprogramme zu liefern.

Der Verein „Mediengewalt – Internationale Forschung und Beratung e.V.“ wurde 2008 gegründet. Auf seiner Website www.mediengewalt.eu stellt er geprüfte und reliable Studien zur Medienforschung zusammen. Zweck des Vereins ist in selbstloser Tätigkeit die Erstellung, Sammlung und Verbreitung des Wissens über Medienwirkungsforschung. Dadurch soll der Kinder- und Jugendmedienschutz auf der Grundlage des GG der Bundesrepublik Deutschland, der EU- Kinderrechtskonvention und der UNO-Charta für Kinderrechte gefördert werden. Darüber hinaus umfasst der Vereinszweck die Aufklärung über Medieneinflüsse in der Gesellschaft

Kontakt:

Prof. i.R. Dr. Günter L. Huber, Universität Tübingen, Institut für Erziehungswissenschaft, Münzgasse 22-30, 72070 Tübingen priv. Telefon: 07071 885147 e-Mail: huber.paedpsy@uni-tuebingen.de

 

 

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